Was gehört in einen Lichtplan?
Kurz beantwortet: Ein vollständiger Lichtplan besteht aus vier Bausteinen: dem Konzept (welche Lichtwirkung wo und warum), dem Auslass- und Positionsplan (wo genau Strom und Leuchten sitzen), dem Schalt- und Steuerplan (was zusammen geschaltet und gedimmt wird) und der Leuchtenliste mit konkreten Produkten. Bei Gewerbe- und anspruchsvollen Wohnprojekten kommt die Lichtberechnung dazu.
Baustein 1: Das Konzept
Die inhaltliche Grundlage: Wie soll sich jeder Raum anfühlen, welche Lichtebenen kommen zum Einsatz, wo liegen die Lichtinseln? Gute Konzepte argumentieren von der Nutzung her („Esstisch = warme Insel, Arbeitszeile = neutral und hell“) statt von der Leuchte. Ohne diesen Teil ist jeder Plan nur Technik.
Baustein 2: Auslass- und Positionsplan
Der Grundriss mit allen Auslässen (Decke, Wand, Boden, Außen), maßlich verortet und mit Montagehöhen. Er ist das Arbeitsdokument des Elektrikers – und der Teil, der im Neubau vor dem Rohbau fertig sein muss. Dazu gehören auch Vorbereitungen: Leerrohre für später, Vouten, Zuleitungen für Möbel- und Spiegelleuchten.
Baustein 3: Schalt- und Steuerplan
Welche Leuchten liegen auf welchem Kreis, was ist dimmbar (und mit welcher Technik – Phasenabschnitt, DALI, Funk), wo sitzen Taster und was lösen sie aus? Hier entstehen später die Szenen. Faustregel: lieber einen Dimmkreis mehr trennen als zwei zusammenlegen – zusammenschalten geht immer, trennen nie ohne Baustelle. Mehr dazu im Beitrag Dimm-Arten im Überblick.
Baustein 4: Leuchtenliste
Konkrete Produkte mit Hersteller, Typ, Lichtstrom, Farbtemperatur, Farbwiedergabe, Schutzart und Preis – plus Alternativen je Position. Eine gute Liste macht Angebote vergleichbar und verhindert den klassischen Baumarkt-Kompromiss in letzter Minute.
Checkliste: Daran erkennen Sie Vollständigkeit
- Jeder Raum hat definierte Lichtebenen, nicht nur „eine Deckenleuchte“
- Auslässe sind bemaßt und mit Montagehöhe versehen
- Dimmkreise und Steuerungstechnik sind ausgewiesen
- Leuchten sind mit Kenndaten (Lumen, Kelvin, CRI, IP) spezifiziert
- Außenbereiche und Zukunftsreserven (Leerrohre) sind mitgedacht
Fehlt davon die Hälfte, haben Sie ein Angebot – keinen Lichtplan. Wie unsere Pläne aussehen, zeigen wir gern im Gespräch.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Elektroplan und Lichtplan?
Der Elektroplan sichert die Stromversorgung, der Lichtplan die Lichtwirkung: Er ergänzt Konzept, exakte Positionen, Dimmkreise, Steuerlogik und konkrete Leuchten.
Brauche ich für jeden Raum eine Lichtberechnung?
Nein. Wohnräume werden konzeptionell geplant; rechnerische Nachweise braucht es vor allem für Arbeitsplätze und Gewerbeflächen mit Normanforderungen.
In welchem Format bekomme ich einen Lichtplan?
Üblich sind bemaßte Grundriss-PDFs plus Leuchtenliste als Tabelle – so können Elektriker und Sie direkt damit arbeiten.
Kann ich mit dem Lichtplan Angebote vergleichen?
Genau dafür ist er da: Mit spezifizierten Kenndaten je Position werden Elektrik- und Leuchtenangebote erstmals wirklich vergleichbar.
