Backstube beleuchten: Hygiene, Schutzart und die richtigen Luxwerte
Kurz beantwortet: In der Backstube braucht es gleichmäßiges, blendfreies Arbeitslicht: nach DIN EN 12464-1 mindestens 300 Lux für Teigherstellung und Backen und 500 Lux für Garnieren und Dekorieren, mit einer Farbwiedergabe von mindestens Ra 80. Die Leuchten müssen splittergeschützt, leicht zu reinigen und für Mehlstaub und Feuchtigkeit ausgelegt sein.
Warum Licht in der Produktion ein Hygienethema ist
Über offenen Lebensmitteln darf bei einem Leuchtenbruch nichts in die Ware fallen. Deshalb sind in Backstuben Leuchten mit bruchsicheren, splittergeschützten Abdeckungen Standard. Bei Hygiene-Audits nach Lebensmittelstandards wird die Beleuchtung regelmäßig mit geprüft – offene Leuchtstoffröhren ohne Schutz oder beschädigte Abdeckungen fallen dabei schnell auf.
Die richtige Helligkeit für jeden Arbeitsplatz
- Teigherstellung, Aufarbeiten, Backen: mindestens 300 Lux
- Garnieren, Glasieren, Dekorieren: 500 Lux, hier zählen feine Details und Farben
- Lager und Nebenräume: deutlich weniger, idealerweise mit Präsenzmelder
Viele Betriebe arbeiten nachts und am frühen Morgen. Neutrales Licht um 4.000 K hält dann wacher als warmes Wohnlicht, und eine gleichmäßige Ausleuchtung ohne dunkle Ecken beugt Ermüdung und Unfällen vor. Was die Normen allgemein für Arbeitsplätze verlangen, steht in Wie viel Lux braucht eine Gewerbeküche?
Schutzart: Mehlstaub und Nassreinigung
Mehlstaub ist fein und dringt in offene Leuchten ein. In trockenen Bereichen sollten Leuchten deshalb mindestens staubgeschützt sein. Wo regelmäßig nass gereinigt wird, ist IP65 oder höher sinnvoll, bei Hochdruckreinigung entsprechend mehr. Die Ziffern im Detail erklärt IP-Schutzarten erklärt.
Bauform: glatt, geschlossen, abwischbar
Lamellen, offene Raster und Kühlrippen sind Staubfallen. Für die Backstube eignen sich geschlossene Wannenleuchten oder flächenbündige Panels mit glatten Oberflächen, die sich schnell abwischen lassen. In unserem Sortiment finden Sie Feuchtraumleuchten, die genau dafür gebaut sind.
Hitze am Ofen
Rund um Öfen und Gärschränke herrschen höhere Umgebungstemperaturen. Leuchten müssen für diese Temperatur freigegeben sein, sonst leiden Lebensdauer und Lichtleistung. Die zulässige Umgebungstemperatur steht als ta-Wert im Datenblatt. Warum der Treiber dabei die entscheidende Rolle spielt, erklärt Der LED-Treiber.
Umrüsten ohne Produktionsstopp
Bestehende Leuchtstoff-Wannenleuchten lassen sich meist 1:1 gegen LED-Feuchtraumleuchten tauschen, oft an den vorhandenen Befestigungspunkten. Das geht zwischen zwei Schichten. Den Gesamtblick auf alle Bereiche der Bäckerei – vom Verkauf bis zur Produktion – gibt unsere Seite Bäckereibeleuchtung.
Häufige Fragen
Wie viel Lux braucht eine Backstube?
Nach DIN EN 12464-1 mindestens 300 Lux für Teigherstellung und Backen und 500 Lux für Garnieren, Glasieren und Dekorieren, jeweils mit einer Farbwiedergabe von mindestens Ra 80.
Welche Schutzart brauchen Leuchten in der Backstube?
In trockenen Bereichen mit Mehlstaub mindestens staubgeschützte Leuchten, bei regelmäßiger Nassreinigung IP65 oder höher.
Warum müssen Leuchten in der Backstube splittergeschützt sein?
Damit bei einem Bruch keine Glas- oder Kunststoffsplitter in offene Lebensmittel fallen. Splitterschutz wird bei Hygiene-Audits regelmäßig geprüft.
Welche Lichtfarbe ist in der Backstube sinnvoll?
Neutrales Licht um 4.000 K. Es sorgt für gute Sehbedingungen und hilft, gerade in Nacht- und Frühschichten wach zu bleiben.
